Proteinversorgung
Unter Proteinversorgung versteht man in der Tierernährung die bedarfsgerechte Zufuhr von Eiweiß bzw. dessen Bausteinen, den Aminosäuren, über die Futterration. Der Bedarf richtet sich nach Tierart, Alter, Leistungsniveau und physiologischem Zustand, etwa Wachstum, Trächtigkeit oder Laktation. Bei Wiederkäuern wird die Versorgung über das nutzbare Rohprotein (nXP) am Dünndarm sowie über die ruminale Stickstoffbilanz (RNB) bewertet. Grund dafür ist, dass ein Teil des Futterproteins im Pansen mikrobiell abgebaut und in Mikrobenprotein umgewandelt wird. Bei Schweinen und Geflügel stehen dagegen die essenziellen Aminosäuren im Vordergrund, vor allem Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan.
Als Eiweißfuttermittel dienen unter anderem Soja- und Rapsextraktionsschrot, Körnerleguminosen wie Ackerbohne und Erbse sowie eiweißreiches Grundfutter aus Grünland und Feldfutterbau. Eine Unterversorgung mindert Leistung, Fruchtbarkeit und Tiergesundheit. Ein Überangebot erhöht die Stickstoffausscheidung über Harn und Kot und damit die Ammoniakemissionen. Bei Milchkühen liefert der Milchharnstoffgehalt Hinweise auf die Versorgungslage. Eine stickstoffreduzierte Fütterung, etwa durch Phasenfütterung, kann in Österreich bei der Ermittlung des Stickstoffanfalls aus der Tierhaltung berücksichtigt werden. Die näheren Voraussetzungen sind den geltenden Vorgaben der zuständigen Stellen zu entnehmen.

