Injektordosierung
Die Injektordosierung ist ein Verfahren, bei dem flüssige Konzentrate nach dem Venturi-Prinzip einem Wasserstrom zugemischt werden. Im Injektor strömt das Wasser durch eine Düse mit verengtem Querschnitt. Die dabei steigende Strömungsgeschwindigkeit erzeugt einen Unterdruck, über den das Konzentrat durch eine Saugleitung angesaugt und dem Hauptstrom beigemischt wird. Das Mischungsverhältnis wird über Dosierventile oder Düseneinsätze eingestellt. Es hängt von Vordruck, Durchflussmenge und Viskosität des Mediums ab. Der Injektor benötigt keine eigene Antriebsenergie. Für eine gleichmäßige Dosierung muss jedoch ein ausreichender Druckunterschied zwischen Ein- und Ausgang bestehen.
Das Verfahren wird in der Fertigation im Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau eingesetzt. In der Nutztierhaltung dient es der Zudosierung von Ergänzungsfuttermitteln, Säuren oder Tierarzneimitteln über die Tränkewasserleitung, außerdem kommt es in Reinigungs- und Desinfektionsanlagen zum Einsatz. Schwankungen des Leitungsdrucks können die Dosiergenauigkeit beeinflussen, daher wird die Konzentration in der Praxis regelmäßig kontrolliert. Beim Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz oder an einen Hausbrunnen sind geeignete Sicherungseinrichtungen gegen Rückfließen erforderlich. Tierarzneimittel dürfen in Österreich nur auf tierärztliche Verschreibung über das Tränkewasser verabreicht werden.


