Vereinzelung
Unter Vereinzelung versteht man im Pflanzenbau das Herstellen definierter Abstände zwischen Einzelpflanzen bzw. Saatkörnern innerhalb einer Reihe. Ziel ist ein gleichmäßiger Bestand, in dem jede Pflanze ausreichend Standraum, Licht, Wasser und Nährstoffe zur Verfügung hat. Ursprünglich bezeichnete der Begriff das nachträgliche Entfernen überzähliger Keimpflanzen, etwa bei Zuckerrüben aus mehrkeimigem Saatgut oder bei Gemüsekulturen wie Karotten. Diese Arbeit wurde von Hand mit der Hacke erledigt und war mit hohem Arbeitszeitbedarf verbunden.
In der heutigen Praxis erfolgt die Vereinzelung überwiegend bereits bei der Aussaat. Einzelkornsämaschinen legen die Saatkörner mithilfe mechanischer oder pneumatischer Vereinzelungsorgane, beispielsweise Lochscheiben mit Unterdruck, in festgelegten Abständen ab. Voraussetzung dafür sind kalibriertes oder pilliertes Saatgut sowie bei Zuckerrüben einkeimige (monogerme) Sorten. Angewendet wird das Verfahren unter anderem bei Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Sojabohnen und Ölkürbis. Die Ablagegenauigkeit hängt von der Fahrgeschwindigkeit, der Saatgutqualität und der Einstellung der Maschine ab. Fehlstellen und Doppelbelegungen verändern die Bestandesdichte und wirken sich damit auf Ertrag und Qualität des Ernteguts aus.

