Druckkompensierende Tropfsysteme
Druckkompensierende Tropfsysteme sind Verfahren der Mikrobewässerung, bei denen die einzelnen Tropfer (Emitter) innerhalb eines definierten Betriebsdruckbereichs eine annähernd gleichbleibende Durchflussmenge abgeben. Kernbauteil ist eine elastische Membran aus Silikon oder vergleichbaren Elastomeren. Sie verformt sich bei steigendem Wasserdruck und verengt dadurch den Strömungsquerschnitt am Auslass. Der Arbeitsbereich liegt je nach Bauart typischerweise zwischen etwa 0,5 und 4 bar, die Nenndurchflüsse meist zwischen 0,6 und 8 l/h. Druckunterschiede infolge von Reibungsverlusten in langen Leitungen oder von Geländeneigungen werden auf diese Weise weitgehend ausgeglichen.
Eingesetzt werden die Systeme vor allem im Obst-, Wein- und Gemüsebau sowie in Gewächshauskulturen, häufig in Verbindung mit der Fertigation, also der Ausbringung gelöster Nährstoffe über das Bewässerungswasser. Varianten mit Leerlaufsperre (CNL, compensating non-leakage) verhindern das Leerlaufen der Leitungen nach dem Abschalten. Voraussetzung für den Betrieb ist eine Filtration, meist im Bereich von 120 bis 150 mesh. Ablagerungen und die Alterung der Membran können die Durchflusskonstanz beeinträchtigen. Für die Wasserentnahme gelten gegebenenfalls die wasserrechtlichen Erlaubnis- bzw. Bewilligungspflichten nach dem jeweiligen nationalen Recht.

