Tropfrohre
Tropfrohre sind dickwandige Rohrleitungen aus Polyethylen, die in der Tropfbewässerung zur punktuellen, wurzelnahen Wasserabgabe eingesetzt werden. Im Unterschied zu dünnwandigen Tropfschläuchen (Tropfbändern) mit Wandstärken von etwa 0,1 bis 0,4 mm weisen Tropfrohre meist Wandstärken von rund 0,9 bis 1,2 mm auf und sind für eine mehrjährige Nutzung ausgelegt. In die Rohrwand sind in festen Abständen, üblicherweise 20 bis 100 cm, Tropfer integriert. Diese bauen den Wasserdruck über Labyrinthkanäle ab und geben definierte Abflussmengen von typischerweise 1 bis 4 l/h ab. Druckkompensierende Tropfer halten die Abgabemenge innerhalb eines vom Hersteller angegebenen Druckbereichs annähernd konstant. Dadurch sind längere Stränge sowie der Einsatz in hängigem Gelände möglich.
Tropfrohre werden oberirdisch auf dem Boden, an Spanndrähten oder unterirdisch (Unterflurbewässerung) verlegt, etwa im Obst-, Wein- und Gemüsebau. Der Betrieb erfordert eine Filtration, in der Regel mit Filterfeinheiten um 120 bis 130 µm, sowie eine Druckregelung. Über die Leitungen kann eine Fertigation erfolgen; die dabei ausgebrachten Nährstoffe unterliegen den düngerechtlichen Vorgaben. Für die Wasserentnahme gelten in Deutschland die Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes und in Österreich jene des Wasserrechtsgesetzes 1959.

