Validierung unter realen Bedingungen
Unter Validierung unter realen Bedingungen versteht man in den Agrarwissenschaften die Überprüfung eines Verfahrens, Produkts, Modells oder technischen Systems außerhalb kontrollierter Labor-, Klimakammer- oder Gewächshausumgebungen. Dabei wird geprüft, ob die unter standardisierten Bedingungen ermittelten Eigenschaften oder Vorhersagen auch unter praxisüblichen Einflüssen Bestand haben. Zu diesen Einflüssen zählen wechselnde Witterung, heterogene Böden, unterschiedlicher Schaderregerdruck und betriebsspezifische Bewirtschaftung. Methodisch kommen mehrortige und mehrjährige Feldversuche, Exaktversuche auf Versuchsstationen sowie On-Farm-Versuche auf Praxisbetrieben zum Einsatz. Deren Ergebnisse werden statistisch ausgewertet.
In mehreren Bereichen ist dieses Vorgehen rechtlich verankert. Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nach Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 sind Wirksamkeitsdaten aus Feldversuchen erforderlich, die nach den Grundsätzen der Guten Experimentellen Praxis und den Richtlinien der EPPO durchgeführt werden. Neue Sorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten durchlaufen vor ihrer Zulassung eine mehrjährige Wertprüfung an mehreren Standorten. In der digitalen Landwirtschaft dient die Validierung dazu, Sensoren, Prognosemodelle und Anwendungen der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung hinsichtlich Messgenauigkeit und Übertragbarkeit zu prüfen.

