erlebnisorientiertes Lernen
Erlebnisorientiertes Lernen bezeichnet in der Agrarwissenschaft und Agrarpädagogik ein didaktisches Konzept, bei dem Lerninhalte durch unmittelbare, sinnliche Erfahrung und aktive Handlung in realen landwirtschaftlichen Produktions- und Naturzusammenhängen vermittelt werden. Es findet Anwendung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, in der schulischen Umweltbildung sowie in der betrieblichen Wissensvermittlung. Kennzeichnend ist die Verknüpfung kognitiver, affektiver und psychomotorischer Lernziele durch Tätigkeiten wie Bodenbearbeitung, Tierbetreuung, Ernte, Verarbeitung oder ökologische Bestandsaufnahmen. Der Lernprozess erfolgt dabei unmittelbar am Objekt und wird durch Reflexion begleitet.
Abzugrenzen ist das Konzept von rein instruktionalen oder digitalen Lernformen. In der Praxis wird erlebnisorientiertes Lernen unter anderem auf Schulbauernhöfen, in Lehrgärten, bei Feldtagen und in der betrieblichen Ausbildung eingesetzt. Rechtliche Rahmenbedingungen ergeben sich aus den jeweiligen Bildungs- und Arbeitsschutzvorschriften, in Österreich etwa aus dem Land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz, in Deutschland aus dem Berufsbildungsgesetz sowie den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften der landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger. Eine einheitliche gesetzliche Definition des Begriffs besteht nicht.

