Austausch-Zylinder
Der Austausch-Zylinder ist eine Baugruppe in hydraulischen Lenksystemen land- und forstwirtschaftlicher Maschinen, die als zentrales Steuerelement den Ölvolumenstrom zwischen Lenkhandrad und Lenkzylinder richtet. Er arbeitet nach dem Prinzip einer rotierenden Verdrängerpumpe mit Steuerkanten: Bei Drehung des Lenkrads wird der Zylinder über eine Drehschieber- oder Zahnradanordnung mit Drucköl beaufschlagt, während im Ruhezustand das Öl im Kreislauf gefördert wird. Die Baugruppe ist Bestandteil der hydrostatischen Lenkung und dient der Übertragung des Lenkmoments auf die Radlenkung ohne mechanische Verbindung.
Technisch unterscheidet man offene und geschlossene Bauarten; die Auslegung erfolgt nach Fördervolumen, Betriebsdruck und Lenkübersetzung. In der Landtechnik ist der Austausch-Zylinder nach den einschlägigen Normen (u. a. ISO 5010, DIN EN ISO 4413) sowie den Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG auszulegen. Bei Defekt oder Verschleiß ist ein Austausch gegen ein baugleiches, typgeprüftes Ersatzteil vorgeschrieben, um die Betriebssicherheit und die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs zu gewährleisten.

