Verbraucherbildung
Verbraucherbildung bezeichnet im agrarpolitischen und ernährungswissenschaftlichen Kontext die Gesamtheit aller formalen und non-formalen Bildungsprozesse, die Individuen dazu befähigen, informierte, reflektierte und eigenverantwortliche Entscheidungen im Bereich des Lebensmittelkonsums, der Ernährung, der Landwirtschaft und der damit verbundenen Wertschöpfungsketten zu treffen. Sie umfasst Wissensvermittlung über Produktionsmethoden, Kennzeichnungssysteme, Herkunft, Qualität, Nachhaltigkeitsaspekte sowie ernährungsphysiologische Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen wie die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) oder die EU-Öko-Verordnung.
In Österreich und Deutschland ist Verbraucherbildung curricular in allgemeinbildenden Schulen verankert, etwa in den Fächern Sachunterricht, Biologie, Haushalts- und Ernährungswissenschaften sowie in außerschulischen Angeboten der Verbraucherzentralen, Landwirtschaftskammern und Bildungsträger. Sie dient der Stärkung der Konsumentensouveränität und der Reduktion von Informationsasymmetrien entlang der Lebensmittelkette. Abzugrenzen ist sie von Werbung, Produktmarketing und politischer Interessenvertretung; ihre Inhalte orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und geltendem Recht.

