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Bäuerinnen und Bauern im Einsatz für Tierwohl und Versorgungssicherheit

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Tierhaltung mit Verantwortung, auch in Zeiten von Dürre und steigenden Kosten

Der Welttierschutztag lenkt den Blick auf das Wohlergehen von Tieren und auf jene Menschen, die Tag für Tag Verantwortung für ihre Versorgung und Betreuung übernehmen. Dieser Tag ist für die Landwirtschaftskammer OÖ einmal mehr Anlass, die Leistungen heimischer Tierhalterinnen und Tierhalter hervorzuheben. Besonders im Jahr 2026 waren die tierhaltenden Betriebe aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des daraus resultierenden Futtermangels mit großen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch sorgen die Bäuerinnen und Bauern täglich dafür, dass ihre Tiere bestmöglich versorgt werden, auch wenn dafür teures Futter zugekauft werden muss. Damit wird einmal mehr sichtbar, welchen Stellenwert Tierwohl, Verantwortung und Versorgungssicherheit auf den bäuerlichen Familienbetrieben haben.

„Für die landwirtschaftlichen Nutztierhalter ist der respektvolle Umgang mit Tieren gelebter Alltag. Unsere Bäuerinnen und Bauern übernehmen 365 Tage im Jahr Verantwortung für Haltung, Fütterung, Betreuung und Gesundheit ihrer Tiere, auch unter schwierigen Bedingungen wie heuer. Mit diesem Einsatz sichern sie nicht nur das Tierwohl, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln. Dafür verdienen sie Wertschätzung, Unterstützung und Rahmenbedingungen, die ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Dürre belastet die Tierhaltung

Trockenperioden und zunehmend häufiger werdende Wetterextreme reduzieren vielerorts die Futtererträge deutlich. Besonders heuer sind zahlreiche tierhaltende Betriebe gezwungen, zusätzliches Futter zuzukaufen, um die Versorgung ihrer Tiere sicherzustellen. Dies führt zu erheblichen Mehrkosten, die von den bäuerlichen Familienbetrieben getragen werden müssen.

„Die Versorgung unserer Tiere hat oberste Priorität. Gerade in schwierigen Jahren kaufen die Bäuerinnen und Bauern zusätzlich Futter zu, um die hohen Standards in der Tierhaltung aufrecht zu erhalten. Diese Verantwortung übernehmen die Betriebe selbstverständlich. Gleichzeitig müssen aber auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen“, erklärt Waldenberger.

Anpassung der Erzeugerpreise dringend erforderlich

Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert daher eine entsprechende Anpassung der Erzeugerpreise. Nur kostendeckende Preise ermöglichen es den landwirtschaftlichen Betrieben, steigende Aufwendungen für Futter, Energie, Betriebsmittel und Tierwohlmaßnahmen zu bewältigen.

„Wer heimische Lebensmittelproduktion, hohe Tierwohlstandards und regionale Versorgung erhalten möchte, muss auch bereit sein, dafür einen angemessenen Preis zu bezahlen. Tierwohl, Versorgungssicherheit und Qualitätsproduktion sind nicht zum Nulltarif zu haben“, betont Michael Wöckinger, Leiter der Abteilung Tierhaltung der Landwirtschaftskammer OÖ.

Österreich als Vorreiter beim Tierwohl

Österreich nimmt im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle beim Tierschutz ein. Laufende Investitionen in moderne Haltungssysteme, Gesundheitsmanagement und Tierwohlprogramme zeigen das Engagement der heimischen Landwirtschaft. Diese Leistungen gehen vielfach über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und werden von den bäuerlichen Familienbetrieben mit großem persönlichem Einsatz erbracht.

Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit

Der Welttierschutztag erinnert daher nicht nur an die Verantwortung gegenüber den Tieren, sondern auch an die Bedeutung einer leistungsfähigen heimischen Landwirtschaft.

„Allen Beteiligten entlang der Lebensmittelkette muss bewusst sein, wie schnell die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln und der hohe Qualitätsanspruch, den wir heute als selbstverständlich betrachten, ins Wanken geraten können. Klimatische Extremereignisse, steigende Produktionskosten und wirtschaftlicher Druck zeigen deutlich, dass Versorgungssicherheit kein Selbstläufer ist. Wer regionale Lebensmittelversorgung, Tierwohl und höchste Qualität auch in Zukunft sichern will, muss die bäuerlichen Familienbetriebe wirtschaftlich stärken“, unterstreicht Waldenberger.

Problembereich „Tierschutzorganisationen“

Mit Sorge sieht die Landwirtschaftskammer OÖ die pauschale Verunglimpfung ganzer Branchen durch einzelne sogenannte „Tierschutzorganisationen“. Generalverdächtigungen und rufschädigende Anschuldigungen gegenüber tausenden verantwortungsvoll arbeitenden Bäuerinnen und Bauern tragen nicht zu einer sachlichen Diskussion bei. „Besonders entschieden lehnt die Landwirtschaftskammer OÖ unerlaubte Stallzutritte und Stalleinbrüche ab. Diese bedeuten nicht nur eine erhebliche psychische Belastung für die betroffenen Betriebsleiterfamilien, sondern können auch die Tiergesundheit gefährden. Durch das Einschleppen von Krankheiten oder Keimen wird die Biosicherheit der Betriebe massiv beeinträchtigt und damit das Wohl der Tiere aufs Spiel gesetzt. Ein konstruktiver Dialog kann nur auf Basis von Respekt, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung erfolgen“, betont Waldenberger abschließend.

Rinderzucht, Tierhaltung