Käferbohnen
Käferbohnen (botanisch Phaseolus vulgaris var. major, auch als Dicke Bohne, Puffbohne oder Saubohne bezeichnet, wobei letztere Bezeichnung regional abweichend verwendet wird) sind eine großsamige Varietät der Gartenbohne aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Samen zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an pflanzlichem Eiweiß (rund 20 bis 25 Prozent in der Trockenmasse), komplexen Kohlenhydraten sowie den Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Eisen aus. Im Gegensatz zu anderen Bohnenarten werden Käferbohnen in Österreich und Süddeutschland traditionell als Trockenbohnen kultiviert, geerntet und nach dem Einweichen und Kochen verzehrt. Die Bezeichnung leitet sich von der charakteristischen, oft rot-weiß oder braun-weiß marmorierten Samenschale ab, die an die Zeichnung bestimmter Käferarten erinnert.
Anbautechnisch handelt es sich um eine wärmeliebende, einjährige Kulturpflanze, die in Mitteleuropa vorwiegend im pannonischen Raum Österreichs (Steiermark, Burgenland) sowie in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs angebaut wird. Die Aussaat erfolgt ab Mitte Mai nach dem letzten Frost; die Ernte der trockenen Hülsen findet im Spätsommer statt. Käferbohnen sind wie alle Hülsenfrüchtler zur symbiotischen Stickstofffixierung über Knöllchenbakterien (Rhizobium spp.) befähigt und tragen somit zur Reduktion mineralischer Düngung bei. Rechtlich unterliegen sie in der EU den Regelungen für Speisehülsenfrüchte, einschließlich der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 zur Lebensmittelsicherheit sowie den geltenden Rückstandshöchstgehalten für Pflanzenschutzmittel. In Österreich ist der Anbau zudem im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen (ÖPUL) förderfähig, sofern die jeweiligen Bewirtschaftungsauflagen eingehalten werden.
