Ladewagen gebraucht kaufen: Bauarten, Prüfpunkte und aktuelle Angebote

Der Ladewagen ist auf Grünlandbetrieben die zentrale Erntemaschine: Er nimmt Heu, Silage oder Grünfutter vom Schwad auf, schneidet es je nach Bauart und bringt es zum Hof. Gebrauchte Ladewagen gibt es in jeder Größe, vom kleinen Förderschwingen-Wagen für den Bergbetrieb bis zum Rotorladewagen für große Silagemengen. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und die Prüfpunkte beim Kauf.

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Zwei Bauarten, zwei Welten

Der Förderschwingen-Ladewagen hebt das Futter mit einer pendelnden Schwinge von der Pickup in den Laderaum. Er arbeitet schonend, braucht wenig Leistung und kommt mit kleinen Traktoren aus, deshalb ist er auf Berg- und Kleinbetrieben und für die Heuernte weit verbreitet. Bei großen Mengen nasser Silage stößt er an Grenzen.

Der Rotorladewagen fördert mit einem sternförmigen Rotor durch einen Messerbalken. Das gibt kurze Schnittlängen, hohe Durchsätze und eine dichte Beladung, ideal für Silage. Dafür braucht er deutlich mehr Leistung, ist schwerer und im Verschleiß teurer. Die älteste Bauart ist der Ladewagen mit Förderrechen, sie wurde längst von der Förderschwinge abgelöst, taucht auf dem Gebrauchtmarkt aber noch auf und ist die leistungsschwächste der drei.

Pickup, Schneidwerk und Kratzboden

Die Pickup nimmt das Futter auf. Entscheidend sind Arbeitsbreite, Zustand der Federzinken und die Führung über Tasträder, damit die Zinken nicht in den Boden greifen und Erde ins Futter kommt. Eine pendelnd aufgehängte Pickup folgt dem Boden besser.

Das Schneidwerk bestimmt die Schnittlänge über die Zahl der Messer. Mehr Messer heißt kürzeres Futter, aber auch mehr Leistungsbedarf und mehr Schleifarbeit. Wichtig sind eine Einzelmessersicherung gegen Fremdkörper und ein Messerbalken, der sich zum Schleifen oder Reinigen ausschwenken lässt.

Der Kratzboden transportiert das Futter im Laderaum nach hinten und beim Abladen hinaus. Ketten, Kratzleisten und Antrieb sind die Verschleißteile, die beim Gebrauchtkauf am genauesten anzusehen sind. Dosierwalzen am Heck sorgen für gleichmäßiges Abladen, etwa auf dem Fahrsilo, und sind bei Silagewagen sinnvoll.

Größe, Fahrwerk und Traktor

Das Ladevolumen muss zum Traktor, zu den Wegen und zur Hofeinfahrt passen. Ein Tandemfahrwerk läuft ruhiger und schont den Boden, ein Einachser ist wendiger und für kleine, steile Flächen die bessere Wahl. Breite Bereifung senkt den Bodendruck auf nassen Wiesen.

Beim Traktor zählen drei Dinge: die Zapfwellenleistung für Pickup und Schneidwerk, das Gewicht und die Bremsen, weil ein beladener Wagen den Traktor bergab schiebt, und die passende Bremsanlage am Wagen. Ob der Wagen eine Auflaufbremse, eine hydraulische oder eine Druckluftbremse hat, muss zum Traktor und zum geplanten Einsatz passen: Die Auflaufbremse ist nur für langsame, leichtere Anhänger zulässig, wer mit dem Wagen schneller auf der Straße fahren will, braucht eine Zweileitungsbremse und den passenden Anschluss am Traktor. Vor dem Kauf klären.

Am Berg zählt außerdem ein niedriger Schwerpunkt, dort sind Tieflader-Bauweise und griffige Bereifung wichtiger als das Tandemfahrwerk.

Gebraucht kaufen: die Prüfpunkte

  • Kratzboden: Ketten auf Längung, Leisten auf Verbiegung, Antriebsritzel und Umlenkungen auf Verschleiß. Im Stand laufen lassen und auf Überspringen achten.
  • Pickup: Federzinken vollständig und gerade, Lager der Pickup-Welle ohne Spiel, Tasträder leichtgängig, Kurvenbahn und Steuerung ohne Ausbrüche.
  • Rotor und Messer: Rotorzinken auf Verbiegung und Brüche, Messer auf Schärfe und Vollständigkeit, Einzelmessersicherung auf Funktion. Bei Schwingenwagen stattdessen Schwingenlager auf Spiel, Kurvenbahn auf Verschleiß und den Schmierzustand der vielen Schmierstellen.
  • Aufbau: Boden und untere Seitenwände auf Rost, Aufbauwände und Dürrfutteraufbau auf Risse an den Schweißnähten.
  • Rückwand und Hydraulik: Rückwand öffnet und schließt sauber, Zylinder dicht, Schläuche ohne Risse, Knickdeichsel funktionsfähig.
  • Fahrwerk: Reifen auf Alter und Risse, Achsaufhängung und Federung ohne Spiel, Bremsen auf Wirkung und Zustand.
  • Gelenkwelle: Schutz, Profilrohre, Kreuzgelenke und die Überlastkupplung prüfen.

Typische Fehler beim Kauf

Ein zu großer Wagen für einen zu kleinen Traktor ist der Klassiker: Beladen am Hang wird das gefährlich. Der zweite Fehler ist der Kauf nach Optik, ein frisch lackierter Aufbau sagt nichts über Kratzboden und Pickup darunter. Und wer den Wagen nicht mit Futter probefährt, erfährt erst in der Ernte, dass die Pickup springt oder der Kratzboden hängt.

Aktuelle Angebote aus den Kleinanzeigen

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Was ein Förderschwingen-Ladewagen genau ist, erklärt der Lexikon-Eintrag Förderschwingen-Ladewagen. Ein Beispiel aus dieser Klasse ist der Pöttinger Boss 5000, das Rotor-Gegenstück aus demselben Haus der Pöttinger Profi 5000. Die passende Zugmaschine findest du in der Kategorie Traktoren.

Häufige Fragen

Rotorladewagen oder Förderschwingen-Ladewagen?

Der Rotorladewagen mit Schneidwerk schafft hohe Durchsätze, kurze Schnittlängen und eine dichte Beladung, braucht aber deutlich mehr Leistung und ist teurer im Verschleiß. Der Förderschwingen-Ladewagen arbeitet schonend und mit wenig Leistung, ideal für Heu und kleinere Betriebe, bei großen Mengen Silage ist er langsamer.

Wie viel Traktorleistung braucht ein Ladewagen?

Das hängt von Bauart und Größe ab. Förderschwingen-Wagen kommen mit wenig Leistung aus, Rotorwagen brauchen deutlich mehr, vor allem mit vielen Messern und bei Silage. Hersteller nennen zu jedem Modell den Leistungsbedarf. Genauso wichtig sind Bremsen, Gewicht und die zulässige Stützlast der Anhängung, ein beladener Wagen wiegt ein Vielfaches des leeren.

Was kostet beim Gebrauchtkauf am meisten, wenn es kaputt ist?

Kratzboden, Pickup und Schneidwerk. Ein Kratzboden mit gelängten Ketten und verschlissenen Leisten, eine Pickup mit ausgeschlagenen Lagern und ein Rotor mit verbogenen Zinken sind jeweils teure Reparaturen. Diese drei Baugruppen sollten beim Besichtigen laufen.

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