Extensive Bio-Landwirtschaft
Extensive Bio-Landwirtschaft bezeichnet ein landwirtschaftliches Produktionssystem, das nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung (VO (EU) 2018/848) zertifiziert ist und zugleich durch eine geringe Flächenproduktivität bei gleichzeitig hohem Flächenanspruch je Tier oder Kulturpflanze gekennzeichnet ist. Kennzeichnend sind ein Verzicht auf synthetische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, eine standortangepasste Fruchtfolge sowie eine überwiegend niedrige Besatzdichte. Die Nährstoffversorgung erfolgt vorrangig über Wirtschaftsdünger, Leguminosen und betriebseigene Kreisläufe; der Einsatz externer Betriebsmittel ist mengenmäßig begrenzt.
Abzugrenzen ist die extensive Bio-Landwirtschaft von intensiver Bio-Produktion, die bei gleicher Rechtskonformität höhere Erträge je Flächeneinheit anstrebt. In Österreich und Deutschland unterliegt sie zusätzlich nationalen Regelungen wie der Düngeverordnung, dem ÖPUL-Programm oder der GAP-Förderung. Typische Erscheinungsformen sind Weidehaltung, Magerwiesen, Streuobstbau und extensive Ackerflächen. Ökologisch trägt sie zur Erhaltung von Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit bei; ökonomisch ist sie durch niedrigere Erträge und höhere Flächenkosten gekennzeichnet. Eine pauschale Bewertung ihrer Klima- oder Umweltwirkung ist aufgrund standort- und bewirtschaftungsspezifischer Unterschiede nicht möglich.
