Reifeentwicklung

Die Reifeentwicklung bezeichnet den physiologischen und biochemischen Prozess, in dem landwirtschaftliche Kulturpflanzen nach Abschluss des vegetativen Wachstums ihre generative Phase vollenden und einen Ernte- bzw. Lagerzustand erreichen. Sie umfasst die Korn- bzw. Fruchtfüllung, den Abbau von Chlorophyll, die Akkumulation von Reservestoffen wie Stärke, Proteinen und Ölen sowie die Regulation des Wasserhaushalts. In der pflanzlichen Entwicklungsphysiologie wird zwischen physiologischer Reife, Teigreife, Gelbreife und Vollreife unterschieden; diese Stadien werden phänologisch nach BBCH-Code erfasst und dienen der Terminierung von Ernte, Konservierung und Saatgutgewinnung.

Die Reifeentwicklung wird durch genetische Anlagen, Temperatursumme, Photoperiode, Wasserverfügbarkeit und Nährstoffversorgung gesteuert. Bei Getreide, Mais, Raps und Leguminosen bestimmen die Reifestadien Trockenmassegehalt, Keimfähigkeit und Lagerstabilität. Rechtlich relevant ist die Reifeentwicklung für Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen, da Anwendungsverbote und Wartezeiten an Entwicklungsstadien gekoppelt sind; in Österreich und Deutschland greifen hier u. a. die Düngeverordnung, das Pflanzenschutzmittelgesetz sowie ÖPUL-Maßnahmen. Eine verzögerte oder ungleichmäßige Reife kann durch Witterung, Schaderreger oder Sortenwahl verursacht werden und beeinflusst Qualitätsparameter wie Feuchtigkeit, Fallzahl und Proteinanteil.

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