Körndl- und Hörndlbauern
Der Begriff „Körndl- und Hörndlbauern“ bezeichnet in der österreichischen Agrarterminologie, insbesondere in den östlichen Bundesländern (Niederösterreich, Wien, Burgenland) sowie in Teilen Oberösterreichs, historisch und gegenwärtig jene landwirtschaftlichen Betriebe, die sich auf den Anbau von Getreide („Körndl“) und Hülsenfrüchten, vor allem Erbsen, Bohnen und Linsen („Hörndl“), spezialisiert haben. Im engeren fachlichen Sinn des Jahres 2026 umfasst die Betriebsform den marktorientierten Ackerbau ohne nennenswerte Tierhaltung, wobei die Fruchtfolge auf die Produktion von Druschfrüchten ausgerichtet ist.
Agronomisch betrachtet liegt der Schwerpunkt auf der Optimierung von Bestandesführung, Stickstoffbilanzierung gemäß Düngeverordnung sowie der Einhaltung der Konditionalitäten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Bezeichnung ist nicht rechtlich definiert, sondern dient als betriebswirtschaftliche Typisierung. In der Praxis umfasst das Spektrum konventionelle und biologische Wirtschaftsweisen, wobei der Anbau von Körnerleguminosen zur Eiweißstrategie der EU beiträgt. Die Betriebe sind durch hohe Spezialisierung, überbetriebliche Maschinennutzung und eine enge Marktanbindung an Handels- und Verarbeitungsstrukturen gekennzeichnet. Eine Abgrenzung erfolgt gegenüber Veredelungsbetrieben und Gemischtbetrieben mit relevanter Tierhaltung.
