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Dürre-Sommer

Der Begriff Dürre-Sommer bezeichnet in der Agrarmeteorologie und Pflanzenbauwissenschaft eine Vegetationsperiode (üblicherweise Mai bis August) mit einer signifikanten, über mehrere Wochen anhaltenden Unterschreitung des langjährigen Niederschlagsmittels, verbunden mit überdurchschnittlichen Lufttemperaturen und erhöhter potenzieller Evapotranspiration. Für die landwirtschaftliche Praxis ist nicht allein die absolute Niederschlagsmenge entscheidend, sondern die klimatische Wasserbilanz, also die Differenz aus Niederschlag und Verdunstung. Ein Dürre-Sommer liegt vor, wenn diese Bilanz über mindestens 30 aufeinanderfolgende Tage negativ ausfällt und der pflanzenverfügbare Bodenwasservorrat im Hauptwurzelraum auf unter 30 % der nutzbaren Feldkapazität absinkt.

Agronomisch relevant ist die phänologische Koinzidenz: Tritt der Wasserdefizit in der Hauptwachstumsphase von Mais, Zuckerrüben oder Grünland auf, resultieren Ertragsdepressionen und Qualitätseinbußen. Rechtlich und versicherungstechnisch (Mehrgefahrenversicherung) wird ein Dürre-Sommer in Österreich und Deutschland über definierte Dürreindizes (z. B. SPEI-3 oder Bodenfeuchtegrad nach DWD) objektiviert. Bewässerungsmaßnahmen unterliegen der jeweiligen Landeswassergesetzgebung; bei anhaltender Dürre können Entnahmebeschränkungen erlassen werden. In der Düngeverordnung (DüV) ist die Stickstoffdüngung bei Trockenheit an die geschätzte N-Nachlieferung anzupassen, um Nitratauswaschung bei Wiederbefeuchtung zu minimieren. Der Begriff ist strikt von „Trockenheit“ (kurzfristig) und „aridem Klima“ (langfristig) abzugrenzen.

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