Gießkanne
Die Gießkanne ist ein garten- und landwirtschaftliches Arbeitsgerät zur dosierten Ausbringung von Flüssigkeiten, vorrangig Wasser, an Einzelpflanzen oder in flächenmäßig begrenzten Kulturen. Sie besteht typischerweise aus einem Behälter mit Tragegriff, einer Ausgusstülle und einem abnehmbaren Brausekopf, der den Wasserstrahl in feine Tropfen zerteilt. Im modernen Erwerbsgartenbau und in der Landwirtschaft hat die manuelle Bewässerung mittels Gießkanne jedoch weitgehend an Bedeutung verloren und wird vornehmlich in der Anzucht, im Gewächshausbereich, bei Topfpflanzenkulturen oder in Haus- und Kleingärten eingesetzt. Für die flächige Feldbewässerung kommen hingegen Beregnungsanlagen oder Tröpfchenbewässerungssysteme zur Anwendung.
Aus fachlicher Sicht ist die Gießkanne kein nach der österreichischen oder deutschen Düngeverordnung (DüV) definiertes Ausbringungsgerät für Wirtschaftsdünger oder mineralische Düngemittel. Ihre Anwendung zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland und Österreich nicht zulässig, da sie nicht den Anforderungen an eine verlustmindernde und abdriftarme Applikationstechnik entspricht. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln erfordert zugelassene Geräte mit regelmäßiger Kontrolle. Im Bereich der Bewässerung unterliegt die Nutzung von Grund- oder Oberflächenwasser in beiden Ländern wasserrechtlichen Genehmigungspflichten, wobei die manuelle Bewässerung mit einer Gießkanne in der Regel als vernachlässigbare Wasserentnahme gilt.

