Direktsaat
Die Direktsaat ist ein Bestellverfahren im Ackerbau, bei dem die Aussaat des Kulturpflanzenbestandes ohne vorherige, flächige Bodenbearbeitung (wie Pflügen oder Grubbern) direkt in die unbearbeitete Bodenoberfläche erfolgt. Die Saatgutablage wird dabei in einem Arbeitsgang von speziellen Sämaschinen mit schmalen Scharen oder Scheiben durchgeführt, die lediglich eine schmale Saatfurche öffnen. Im Gegensatz zur Mulchsaat, bei der eine reduzierte Bearbeitung erfolgt, bleibt die Bodenstruktur und die Ernterückstände der Vorfrucht vollständig an der Oberfläche erhalten.
Die Direktsaat zählt zu den Verfahren der konservierenden Bodenbearbeitung und wird in Österreich und Deutschland im Rahmen von Agrarumweltprogrammen (z. B. ÖPUL) sowie gemäß der Düngeverordnung (DüV) als Maßnahme zur Erosionsminderung und zum Schutz des Bodenwassergehalts anerkannt. Rechtlich relevant ist die Einhaltung der guten fachlichen Praxis sowie der Cross-Compliance-Bestimmungen. Die Etablierung erfordert ein hohes Maß an ackerbaulichem Management, insbesondere hinsichtlich der Fruchtfolgegestaltung, der Beikrautregulierung und der Aussaattechnik. Die Stickstoffdynamik im Boden unterscheidet sich von gepflügten Flächen, was bei der Düngeplanung zu berücksichtigen ist.
