Mulchsaatverfahren
Das Mulchsaatverfahren ist ein Bestellverfahren der konservierenden Bodenbearbeitung, bei dem die Aussaat direkt in eine ungewendete, mit Pflanzenresten der Vorfrucht oder Zwischenfrucht bedeckte Bodenoberfläche erfolgt. Im Gegensatz zur konventionellen Saatbettbereitung mit Pflug wird der Boden nicht gewendet; die Bearbeitungstiefe ist auf die obersten Zentimeter begrenzt oder erfolgt als Direktsaat ohne vorherige mechanische Lockerung. Die Aussaat wird mit speziellen Sämaschinen durchgeführt, die in der Lage sind, die Mulchschicht zu durchtrennen und das Saatgut in den mineralischen Boden abzulegen.
Ziel des Verfahrens ist der Erhalt einer dauerhaften Bodenbedeckung, wodurch Erosion durch Wasser und Wind reduziert sowie die Bodenfeuchte besser gehalten wird. Die organische Substanz an der Oberfläche fördert das Bodenleben und die Humusbildung. Im Jahr 2026 ist das Verfahren in Österreich und Deutschland insbesondere im Ackerbau bei Reihenkulturen wie Mais oder Zuckerrüben sowie im Getreideanbau etabliert. Rechtlich relevant sind die Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) hinsichtlich der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern auf bestelltem oder bedecktem Boden sowie die Konditionalitäten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die einen Mindestanteil an nichtwendender Bewirtschaftung oder Zwischenfruchtanbau zur Erhaltung des guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustands (GLÖZ) vorsehen können.

