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Tiefwurzler

Als Tiefwurzler werden in der Agrarwissenschaft Pflanzen bezeichnet, deren Wurzelsystem in der Lage ist, Bodenhorizonte in einer Tiefe von mehr als 100 Zentimetern zu erschließen. Im Gegensatz zu Flachwurzlern, die sich überwiegend in der oberen Bodenschicht (0–30 cm) ausbreiten, dringen Tiefwurzler wie Luzerne, Rotklee, Ölrettich oder bestimmte Getreidearten über eine ausgeprägte Pfahl- oder Herzwurzel in tiefere Schichten vor. Diese morphologische Eigenschaft ist für die landwirtschaftliche Praxis von Bedeutung, da Tiefwurzler zur Bodenlockerung beitragen, Nährstoffe aus tieferen Schichten mobilisieren und die Bodenstruktur nachhaltig verbessern können. In Fruchtfolgen werden sie gezielt als Vorfrucht eingesetzt, um das Bodenprofil zu öffnen und die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen.

Im Kontext der Düngeverordnung (DüV) und der ÖPUL-Maßnahmen in Österreich und Deutschland ist die Tiefwurzelung relevant für die Nitratminderung, da diese Pflanzen Reststickstoff aus dem Boden aufnehmen und so das Auswaschungsrisiko in das Grundwasser reduzieren. Die tatsächliche Durchwurzelungstiefe ist jedoch stark von Bodenart, Verdichtungsgrad und Wasserverfügbarkeit abhängig. Eine rein botanische Klassifikation ist daher unzureichend; die agronomische Bewertung erfolgt stets standortspezifisch unter Berücksichtigung der effektiven Wurzeltiefe, die mittels Bodenprofilansprache oder Wurzeluntersuchungen bestimmt wird.

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