Schotterböden
Schotterböden sind Bodenbildungen, deren Ausgangsgestein überwiegend aus grobem, kantigem bis rundlichem Gesteinsschutt (Schotter) mit einem Korndurchmesser von mehr als 2 mm besteht. Gemäß der bodenkundlichen Kartieranleitung (KA5) zählen sie zu den Skeletthaltigen Böden, wobei der Skelettanteil (Steine und Grus) mehr als 75 Volumenprozent beträgt. Der Feinbodenanteil (Sand, Schluff, Ton) ist entsprechend gering und füllt nur die Hohlräume zwischen den Schotterpartikeln. Aufgrund des hohen Grobporenanteils weisen Schotterböden eine sehr hohe Wasserdurchlässigkeit und eine geringe nutzbare Feldkapazität auf; die Wasserhaltefähigkeit ist stark reduziert. Die Durchwurzelbarkeit ist auf die feinbodenreichen Zwischenräume beschränkt, was das Ertragspotenzial für landwirtschaftliche Kulturen limitiert. In Österreich und Deutschland finden sich solche Böden vor allem in Schotterterrassen, Moränenlandschaften und Flussauen. Sie werden häufig als Grünland oder forstwirtschaftlich genutzt; bei ackerbaulicher Nutzung ist eine Beregnung oft erforderlich. Im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) sind Schotterböden aufgrund ihres hohen Austragsrisikos für Nitrat in das Grundwasser als besonders gefährdete Standorte einzustufen, was eine reduzierte Düngung und eine angepasste Bewirtschaftung erfordert.
Die landwirtschaftliche Bewertung von Schotterböden erfolgt in der Bodenschätzung nach dem Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens; sie erhalten in der Regel niedrige Acker- bzw. Grünlandgrundzahlen. Eine Melioration durch Zufuhr von Feinboden oder organischer Substanz ist technisch möglich, jedoch wirtschaftlich meist unrentabel. In Trockenjahren ist das Ertragsrisiko signifikant erhöht, während bei Starkregen die Gefahr von Nährstoffauswaschung besteht. Für die standortangepasste Bewirtschaftung sind eine konservierende Bodenbearbeitung und eine bedarfsgerechte, in mehreren Gaben aufgeteilte Stickstoffdüngung zu empfehlen, um die Nitratauswaschung zu minimieren.

