Weidezaun

Ein Weidezaun ist eine ortsfeste oder mobile Begrenzungsanlage in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, die der räumlichen Abgrenzung von Weideflächen dient. Er besteht in der Regel aus Zaunpfosten, Leitermaterial (Draht, Litze, Band oder Seil) sowie einem Weidezaungerät, das bei Elektrozäunen elektrische Impulse erzeugt. Die Funktionsweise beruht auf der Abgabe kurzer, hochohmiger Spannungsimpulse, die bei Berührung eine aversive Reaktion beim Tier auslösen, ohne es dauerhaft zu schädigen. Die Auswahl des Zaunmaterials und der Bauweise richtet sich nach der Tierart, der Herdengröße, der Topografie und dem gewünschten Schutz vor Wildtieren.

Rechtlich ist der Weidezaun in Deutschland und Österreich als Teil der Verkehrssicherungspflicht des Tierhalters zu betrachten; er muss so beschaffen sein, dass er Tiere sicher zurückhält und keine unverhältnismäßige Gefahr für Dritte darstellt. In Österreich sind im Rahmen des ÖPUL-Programms (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) bestimmte Zaunstandards für die Förderung von Weidehaltung vorgeschrieben. In Deutschland regeln die jeweiligen Landesbauordnungen sowie das Tierschutzgesetz die Anforderungen an Haltungsvorrichtungen. Zudem sind bei der Errichtung Abstände zu öffentlichen Wegen und die Kennzeichnungspflicht bei Elektrozäunen zu beachten.

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