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Agrarmeteorologen

Agrarmeteorologen sind Fachwissenschaftler an der Schnittstelle von Meteorologie und Agrarwissenschaften. Ihre Kernaufgabe ist die anwendungsorientierte Erfassung, Analyse und Prognose von Wetter- und Klimadaten mit direktem Bezug zur landwirtschaftlichen Produktion. Sie betreiben und werten hierfür ein Netzwerk automatischer Wetterstationen aus, das bodennahe Parameter wie Lufttemperatur, Niederschlag, Bodenfeuchte, Globalstrahlung und Windgeschwindigkeit in hoher räumlicher Auflösung erfasst. Die daraus abgeleiteten, standortspezifischen Entscheidungshilfen unterstützen Landwirte bei der Optimierung von Aussaat-, Dünge- und Pflanzenschutzterminen. Im Kontext der Düngeverordnung (DüV) liefern Agrarmeteorologen beispielsweise Daten zur Berechnung des pflanzenverfügbaren Stickstoffs im Boden, um die gesetzlich vorgeschriebene Stickstoffeffizienz zu erhöhen. Zudem erstellen sie regionale Phänologiekalender und warnen vor witterungsbedingten Risiken wie Spätfrost, Trockenheit oder Starkregenereignissen. Ihre Beratungstätigkeit ist strikt faktenbasiert und dient der Risikominimierung in der pflanzlichen Produktion. Im Rahmen des österreichischen ÖPUL-Programms oder der deutschen Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) werden ihre Daten zudem für die Dokumentation und Evaluierung agrarumweltpolitischer Maßnahmen herangezogen.

Die Tätigkeit erfordert ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Meteorologie, Physik oder Agrarwissenschaften mit Spezialisierung auf Agrarmeteorologie. Die Berufsausübung erfolgt überwiegend an staatlichen Forschungsinstituten, Wetterdiensten oder in privaten Dienstleistungsunternehmen, die landwirtschaftliche Beratungssysteme betreiben. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden über digitale Plattformen und Fachpublikationen bereitgestellt.

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