Künstliche Besamung
Die künstliche Besamung (KB) ist ein biotechnisches Verfahren der landwirtschaftlichen Tierzucht, bei dem zuvor gewonnenes und aufbereitetes Sperma eines männlichen Tieres unter Umgehung der natürlichen Paarung instrumentell in den Genitaltrakt eines weiblichen Tieres eingebracht wird. Sie kommt überwiegend beim Rind zum Einsatz, ferner bei Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel. Die Samenzellen werden in zugelassenen Besamungsstationen gewonnen, hinsichtlich ihrer Qualität und Gesundheit untersucht, mit Verdünnungsmedien versetzt und in der Regel tiefgefroren gelagert. Die eigentliche Besamung erfolgt durch geschultes Fachpersonal mittels Besamungskathetern und wird tierartenspezifisch durchgeführt.
Rechtlich unterliegt die künstliche Besamung in Deutschland und Österreich den jeweiligen tierzuchtrechtlichen Vorschriften sowie dem Tiergesundheitsrecht. So regeln das deutsche Tierzuchtgesetz und das österreichische Tierzuchtgesetz unter anderem die Zulassung von Besamungsstationen, die Dokumentation der Abstammung sowie die Verwendung von Sperma zur Zucht. Zudem sind tierschutzrechtliche Anforderungen an den Eingriff und den Umgang mit den Tieren zu beachten. Die Anwendung dient der züchterischen Verbesserung, der Erhaltung genetischer Ressourcen sowie der Vermeidung von Infektionskrankheiten, die mit der natürlichen Paarung verbunden sein können.

