Silage
Silage ist ein durch anaerobe Milchsäuregärung konserviertes Futtermittel, das aus Grünlandaufwuchs (Grassilage) oder Ganzpflanzen von Mais, Getreide oder Leguminosen hergestellt wird. Der Konservierungsprozess beruht auf der Umwandlung pflanzlicher Zucker in Milchsäure durch epiphytische oder zugesetzte Milchsäurebakterien, wodurch der pH-Wert auf etwa 3,8 bis 4,2 sinkt und unerwünschte Mikroorganismen sowie Fäulnisprozesse unterbunden werden. Die Lagerung erfolgt in Fahrsilos, Hochsilos oder in Rundballen unter luftdichter Abdeckung (z. B. mit Silofolie). Nach dem Stand von 2026 unterliegt die Silagebereitung in Österreich und Deutschland rechtlichen Vorgaben unter anderem aus der Düngeverordnung (DüV) und dem ÖPUL-Programm, die eine ordnungsgemäße Lagerung mit ausreichender Abdeckung sowie die Minimierung von Sickersaftaustritt und Ammoniakemissionen vorschreiben. Die fachgerechte Silierung sichert die Futterqualität, erhält den Nährwert und verhindert Fehlgärungen mit Buttersäurebildung, welche die Futteraufnahme beeinträchtigen kann. Der Siliererfolg wird durch Parameter wie Trockensubstanzgehalt, Zucker- und Nitratgehalt des Ausgangsmaterials sowie durch die Verdichtung und luftdichte Abdichtung des Silostocks beeinflusst.
In der landwirtschaftlichen Praxis dient Silage als Grundfutter für Wiederkäuer, insbesondere Milchkühe und Mastrinder. Die rechtlichen Anforderungen zur Vermeidung von Umweltbelastungen durch Sickersaft oder Methanemissionen aus der Silagelagerung sind in der aktuellen Fassung der Düngeverordnung sowie im Wasserrechtsgesetz verankert. Eine sachgemäße Handhabung, einschließlich der Abdeckung mit gasdichten Folien, ist zur Reinhaltung des Grundwassers und zur Erfüllung der Cross-Compliance-Auflagen notwendig. Die Nährstoffzusammensetzung der Silage variiert je nach Pflanzenart, Erntezeitpunkt und Siliertechnik, sodass eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung auf Basis regelmäßiger Futtermittelanalysen erfolgt.
