Bohrmehl

Bohrmehl bezeichnet ein feinkörniges, mineralisches Nebenprodukt, das bei mechanischen Bohr- oder Fräsprozessen in Gesteinsschichten (z. B. Kalkstein, Dolomit oder Basalt) anfällt. Es besteht überwiegend aus zerkleinertem Gesteinsmaterial mit einer Korngröße von wenigen Mikrometern bis Millimetern. In der landwirtschaftlichen Praxis wird Bohrmehl aufgrund seines Gehalts an Calcium, Magnesium oder anderen Spurenelementen als Bodenverbesserer oder Düngemittel eingesetzt. Die Aufbringung dient vorrangig der Anhebung des Boden-pH-Werts bei Kalkmangel oder der Versorgung mit sekundären Nährstoffen. Die Zusammensetzung variiert je nach Ausgangsgestein; daher ist eine Analyse der Inhaltsstoffe vor der Ausbringung erforderlich.

Rechtlich unterliegt die Anwendung von Bohrmehl in Deutschland und Österreich den jeweiligen düngemittelrechtlichen Vorschriften (Düngeverordnung, Düngemittelgesetz) sowie den Grenzwerten für Schwermetalle und andere Schadstoffe. Die Ausbringungsmengen müssen an den Nährstoffbedarf der Kultur und die Bodengehalte angepasst werden. Im Rahmen von Agrarumweltprogrammen wie ÖPUL kann der Einsatz bestimmter Gesteinsmehle zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit förderfähig sein. Bohrmehl ist kein standardisierter Düngertyp, sondern wird als mineralischer Rohstoff oder als sonstiger Dünger deklariert, sofern es die festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt.