Waldhygiene
Waldhygiene bezeichnet in der Forst- und Landwirtschaft die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Waldökosystemen. Hierzu zählen präventive Verfahren wie die Auswahl standortgerechter Baumarten, die Regulierung von Wildbeständen sowie die Förderung natürlicher Gegenspieler von Schadorganismen. Reaktive Eingriffe umfassen die Entnahme von Befallsherden, die Beseitigung von Kalamitätsholz und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gemäß der geltenden Pflanzenschutzmittelverordnung. Ziel ist die Minimierung von Risiken durch biotische Schaderreger (z.B. Borkenkäfer, Pilze) und abiotische Faktoren (Sturm, Trockenheit). Die Waldhygiene basiert auf ökologischen Prinzipien und integriert Aspekte des Bodenschutzes, der Biodiversität und des Wasserhaushalts. Sie unterliegt den Vorschriften des Forstgesetzes (Österreich: Forstgesetz 1975 idgF; Deutschland: Bundeswaldgesetz) und relevanter EU-Verordnungen. Im landwirtschaftlichen Kontext findet sie insbesondere in Agroforstsystemen und bei der Bewirtschaftung von Mischbetrieben Anwendung, wo sie zur Stabilisierung von Grenzertragsstandorten beiträgt.

