Flavescence dorée
Flavescence dorée bezeichnet eine durch das Phytoplasma Candidatus Phytoplasma vitis verursachte, meldepflichtige Quarantänekrankheit der Weinrebe. Der Erreger wird durch die zugewanderte amerikanische Zikade Scaphoideus titanus übertragen. Symptome umfassen eine goldgelbe Verfärbung der Blätter, Triebdeformationen, Rollblättrigkeit und ein Vertrocknen der Trauben. Befallene Rebstöcke sterben innerhalb weniger Jahre ab. Die Krankheit ist im Weinbau der gemäßigten Zonen, insbesondere in Südeuropa, Frankreich und zunehmend in Deutschland und Österreich, von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Bekämpfungsmaßnahmen basieren im Jahr 2026 gemäß EU-Durchführungsverordnung 2019/2072 auf der sofortigen Rodung befallener Stöcke und einer strengen Vektorkontrolle durch Insektizidanwendungen gegen die Zikadenlarven. Integrierte Verfahren umfassen den Einsatz von Netzen zur Abwehr der Adulten sowie die Förderung natürlicher Gegenspieler. In Österreich schreibt die Reblaus- und Flavescence-dorée-Verordnung eine jährliche amtliche Erhebung und eine Rodungspflicht befallener Rebanlagen vor. Resistente Unterlagssorten sind Stand 2026 nicht zugelassen. Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung molekularer Schnelltestmethoden zur Früherkennung des Phytoplasmas in latent infizierten Reben.

