Kornfüllung
Die Kornfüllung bezeichnet in der Getreidephysiologie die Phase der Samenentwicklung, die unmittelbar auf die Befruchtung und die Zellteilungsphase folgt. In diesem Stadium, das etwa 30 bis 50 Tage nach der Blüte andauert, lagert die Pflanze primär Assimilate in die Endospermzellen des Korns ein. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Stärke, die aus der Photosynthese der Blätter und des Ährenapparats stammt, sowie um Speicherproteine. Die Effizienz der Kornfüllung determiniert maßgeblich das Tausendkorngewicht und damit den Ertrag. Limitierende Faktoren sind die Stickstoff- und Wasserverfügbarkeit im Boden sowie die Lichtintensität während der Abreife. Ein vorzeitiger Blattflächenverlust durch Krankheiten oder Trockenstress reduziert die Assimilatbildung und führt zu Schrumpfkorn. In der landwirtschaftlichen Praxis wird die Kornfüllung durch eine bedarfsgerechte Spätdüngung, insbesondere mit Stickstoff und Schwefel, sowie durch den Einsatz von Fungiziden zur Gesunderhaltung des Blattapparats unterstützt. Die Düngeverordnung (DüV) in Deutschland und das Aktionsprogramm Nitrat in Österreich setzen hierfür verbindliche Obergrenzen für die Stickstoffausbringung, um eine Überversorgung und damit verbundene Umweltbelastungen zu vermeiden.

