Substrat

Ein Substrat bezeichnet in der Landwirtschaft ein definiertes, meist festes oder granuläres Medium, das als Träger für Pflanzenwurzeln dient und diese mit Wasser, Nährstoffen sowie Sauerstoff versorgt. Es unterscheidet sich grundlegend vom natürlichen Mineralboden, da es gezielt aus organischen und anorganischen Komponenten wie Torf, Rindenhumus, Kokosfasern, Perlit, Blähton oder Steinwolle zusammengesetzt wird. Die physikalischen Eigenschaften wie Luftkapazität, Wasserspeicherfähigkeit und Schüttdichte werden je nach Kulturverfahren – etwa im Gemüsebau, in Baumschulen oder im Erwerbsgartenbau – exakt eingestellt. Chemisch wird das Substrat durch Zuschlagstoffe wie Kalk, Dünger oder Netzmittel auf einen definierten pH-Wert und eine bestimmte Nährstoffverfügbarkeit konditioniert. Rechtlich unterliegen Substrate in Deutschland und Österreich der Düngeverordnung (DüV) sowie der Düngemittelverordnung (DüMV), die Grenzwerte für Schwermetalle und die Deklaration von Inhaltsstoffen vorschreiben. Im ökologischen Landbau sind nur bestimmte, nach EU-Öko-Verordnung zugelassene Ausgangsstoffe erlaubt. Die Verwendung von Substraten ermöglicht eine kontrollierte, bodenunabhängige Pflanzenproduktion, birgt jedoch durch Torfabbau ökologische Konflikte, weshalb torfreduzierte und torffreie Alternativen zunehmend an Bedeutung gewinnen.