Microgreens
Microgreens bezeichnen junge Gemüse-, Kräuter- oder Getreidepflanzen, die nach der Keimung bis zur Entwicklung der ersten echten Laubblätter (Stadium der Kotyledonen und des ersten Folgeblattpaares) geerntet werden. Der Anbau erfolgt überwiegend in kontrollierten Umgebungen (Indoor-Farming, Gewächshäuser) auf Substraten wie Torf, Kokosfaser oder Vlies, wobei die Kulturdauer je nach Art zwischen 7 und 21 Tagen beträgt. Aus pflanzenbaulicher Sicht handelt es sich um eine Sonderform des Gemüsebaus, bei der die photosynthetisch aktive Biomasse in einem sehr frühen Entwicklungsstadium genutzt wird. Die Ernte erfolgt knapp über dem Substrat, sodass die gesamte oberirdische Pflanze inklusive Stängel und Keimblätter verwertet wird. Rechtlich unterliegen Microgreens in der EU den allgemeinen Vorschriften für pflanzliche Lebensmittel (VO (EG) 178/2002) sowie den spezifischen Hygienebestimmungen für Keimlinge und Sprossen (VO (EU) 2021/382), wobei sie aufgrund des fehlenden Wurzelkontakts und der kurzen Kulturdauer als gering risikobehaftet gelten. In Österreich und Deutschland sind sie als verzehrfertige Frischprodukte deklariert und unterliegen der Rückverfolgbarkeit gemäß Lebensmittelsicherheitsrecht. Der Anbau erfolgt ohne Düngung oder Pflanzenschutzmittel, da die Nährstoffversorgung aus dem Saatgut und dem Substrat erfolgt.

