Hydrokultur
Die Hydrokultur, auch als Hydroponik bezeichnet, ist ein erdeloses Verfahren der Pflanzenproduktion, bei dem die Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen ausschließlich über eine wässrige Nährlösung erfolgt. Der Wurzelraum wird dabei durch ein inertes Substrat (z. B. Steinwolle, Blähton, Perlit) oder durch eine reine Nährlösungszirkulation (Deep Water Culture, Nutrient Film Technique) gestützt. Die Nährlösung enthält alle essentiellen Makro- und Mikronährstoffe in gelöster, pflanzenverfügbarer Form, deren Konzentration und pH-Wert kontinuierlich überwacht und gesteuert werden. In Österreich und Deutschland unterliegt der gewerbliche Einsatz der Hydrokultur den Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) sowie den wasserrechtlichen Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Kreislaufführung und der Vermeidung von Nährstoffausträgen. Die Methode ermöglicht eine präzise, bedarfsgerechte Düngung und einen reduzierten Wasser- und Pflanzenschutzmitteleinsatz. Anwendung findet sie vorrangig im geschützten Anbau von Gemüse (Tomaten, Gurken, Paprika) sowie in der Jungpflanzenanzucht und in vertikalen Landwirtschaftssystemen (Vertical Farming). Die Hydrokultur ist kein Bestandteil der ÖPUL-Maßnahmen des Jahres 2026, da diese auf bodengebundene Verfahren ausgerichtet sind.
