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Borkenkäfer

Der Begriff Borkenkäfer bezeichnet eine artenreiche Familie (Scolytinae) von Rüsselkäfern, die als sekundäre Schadorganismen in der Forstwirtschaft gelten. Ihre biologische Besonderheit ist die Brut unter der Rinde von Nadel- und Laubbäumen, wo sie ein komplexes Fraßsystem aus Mutter- und Larvengängen anlegen. Die primäre wirtschaftliche Bedeutung in Mitteleuropa haben Arten wie der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), die vor allem Fichtenbestände befallen. Ein Befall wird durch abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit, Sturmwurf oder Schneebruch begünstigt, da geschwächte Bäume ihre Harzabwehr nicht mehr aufrechterhalten können. Die forstliche Bekämpfung stützt sich auf ein integriertes Management, das präventive Maßnahmen wie die rechtzeitige Entfernung von Brutmaterial (Polterholz, Kronen) und die Überwachung mittels Pheromonfallen umfasst. Bei akutem Befall ist die zeitnahe Aufarbeitung und Abfuhr befallener Stämme aus dem Bestand erforderlich, um eine Massenvermehrung zu verhindern. Die rechtlichen Grundlagen für Bekämpfungsmaßnahmen ergeben sich aus den jeweiligen Landesforstgesetzen, die eine Schadensabwehr und gegebenenfalls eine Bekämpfungsverordnung vorsehen.