Agrarstruktur
Die Agrarstruktur bezeichnet die Gesamtheit der langfristig wirksamen, räumlichen, betrieblichen und sozialen Merkmale der landwirtschaftlichen Produktion in einem definierten Gebiet. Sie umfasst die Verteilung der Betriebsgrößen, die Eigentums- und Pachtverhältnisse an landwirtschaftlichen Nutzflächen, die Hofstellenverteilung sowie die Alters- und Qualifikationsstruktur der Betriebsleiter. In Deutschland und Österreich wird die Agrarstruktur maßgeblich durch die jeweiligen Agrarstrukturgesetze sowie die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union beeinflusst.
Die Analyse der Agrarstruktur dient der Identifikation von strukturellen Anpassungsprozessen, wie dem Trend zu größeren Betriebseinheiten bei gleichzeitigem Rückgang der Betriebszahlen. Rechtliche Rahmenbedingungen, wie das Grundstücksverkehrsgesetz und das Flurbereinigungsgesetz, setzen Grenzen für den Bodenmarkt und gestalten die Eigentumsverhältnisse. Die Agrarstruktur ist ein zentraler Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und wird durch regelmäßige Erhebungen, wie die Landwirtschaftszählung, statistisch erfasst. Veränderungen der Agrarstruktur haben direkte Auswirkungen auf die Flächennutzung, die Kulturlandschaft und die ökologische Leistungsfähigkeit des ländlichen Raums.
