Strukturwandel
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft bezeichnet den langfristigen, sektoralen und betrieblichen Anpassungsprozess agrarischer Produktionseinheiten an veränderte ökonomische, technologische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Charakteristisch ist die kontinuierliche Abnahme der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe bei gleichzeitiger Zunahme der durchschnittlichen Betriebsgröße und Spezialisierung der Produktion. Dieser Prozess wird durch das Wirken des landwirtschaftlichen Preis-Kosten-Schere, technischen Fortschritt in Mechanisierung und Digitalisierung sowie durch Anpassungen an ordnungspolitische Vorgaben, wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU oder nationale Düngeverordnungen, determiniert.
Der Strukturwandel äußert sich in einer Polarisierung der Betriebsformen: Einerseits entstehen wachsende, hochspezialisierte Haupterwerbsbetriebe, andererseits nehmen kleinere Nebenerwerbs- und Vollerwerbsbetriebe ab. Begleitend vollzieht sich ein Wandel der Agrarstruktur hin zu größeren, kapitalintensiveren Einheiten, was mit einer Veränderung der Flächennutzung, des Tierbesatzes und der Arbeitskräftenachfrage einhergeht. Der Prozess ist nicht steuerbar, sondern das Ergebnis einzelbetrieblicher Anpassungsentscheidungen unter gegebenen Markt- und Politikbedingungen.


