Header monbile

Netto-CO2-Aufnahme

Die Netto-CO2-Aufnahme bezeichnet in der Agrar- und Klimawissenschaft die Differenz zwischen der durch pflanzliche Photosynthese gebundenen Kohlenstoffdioxidmenge (Brutto-Primärproduktion) und den CO2-Emissionen, die durch Atmung (Respiration) der Pflanzen, mikrobielle Zersetzung organischer Substanz im Boden sowie durch betriebliche Prozesse (z. B. Bodenbearbeitung, Düngung, Ernte) freigesetzt werden. Sie wird in Tonnen CO2-Äquivalent pro Hektar und Jahr (t CO2-Äq./ha*a) angegeben und dient als Indikator für die tatsächliche Kohlenstoffspeicherleistung eines landwirtschaftlichen Systems.

Im Kontext der österreichischen und deutschen Klimaberichterstattung (Stand 2026) ist die Netto-CO2-Aufnahme ein zentraler Parameter für die Bilanzierung von Treibhausgasen in der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF). Eine positive Netto-Aufnahme bedeutet, dass das System mehr CO2 bindet als emittiert, was als Kohlenstoffsenke wirkt. Die Berechnung erfolgt nach standardisierten Methoden des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und berücksichtigt sowohl oberirdische Biomasse als auch den Kohlenstoffvorrat im Boden. Die rechtliche Grundlage bilden die nationale Treibhausgasinventur sowie Förderprogramme wie das ÖPUL 2023+ in Österreich, die eine nachweisbare Netto-CO2-Aufnahme als Kriterium für klimafreundliche Bewirtschaftung vorsehen.