Dürreversicherung
Die Dürreversicherung ist ein versicherungstechnisches Instrument zur Absicherung landwirtschaftlicher Betriebe gegen Ertragsausfälle, die durch anhaltende Niederschlagsdefizite und daraus resultierende Bodenwasserknappheit verursacht werden. Sie wird in Deutschland und Österreich als spezifische Form der Mehrgefahrenversicherung oder als Indexversicherung angeboten. Im Kern gleicht die Dürreversicherung Ertragsminderungen bei Kulturpflanzen aus, sofern ein vertraglich festgelegter Schwellenwert, etwa ein bestimmter Niederschlagsindex oder ein regionaler Bodenfeuchteindex, unterschritten wird. Die Auszahlung erfolgt schadensunabhängig auf Basis objektiver Wetterdaten, was die Prüfung von Einzelschäden erspart. Die Prämienhöhe richtet sich nach dem betrieblichen Risiko, der Fruchtart und der regionalen Klimazone. Staatliche Zuschüsse, etwa im Rahmen der EU-Agrarpolitik oder nationaler Programme, können die Versicherungsprämien teilweise subventionieren. Die Dürreversicherung unterliegt dem Versicherungsaufsichtsgesetz und den allgemeinen versicherungsvertraglichen Regelungen; sie ersetzt keine betrieblichen Vorsorgemaßnahmen wie Beregnung oder Bodenverbesserung, sondern ergänzt das betriebliche Risikomanagement.

