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Pensionierungswelle

Die Pensionierungswelle bezeichnet im agrarpolitischen und betriebswirtschaftlichen Kontext die konzentrierte altersbedingte Betriebsaufgabe einer signifikanten Anzahl von landwirtschaftlichen Betriebsleitern innerhalb eines kurzen Zeitraums, typischerweise von fünf bis zehn Jahren. Ursächlich ist die demografische Struktur der Landwirte, bei der geburtenstarke Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre zeitgleich das reguläre Pensionsantrittsalter erreichen. In Deutschland und Österreich führt dieser Prozess zu einem beschleunigten Strukturwandel, da ein erheblicher Teil der Betriebe ohne gesicherte Hofnachfolge steht. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die steuerlichen Regelungen zur Betriebsaufgabe (etwa § 14 EStG in Deutschland oder § 24 EStG in Österreich) sowie die sozialversicherungsrechtlichen Übergangsregelungen für die Landwirtschaftliche Alterskasse, beeinflussen die konkrete zeitliche Umsetzung dieser Betriebsabgaben. Die Welle hat direkte Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche, die Pachpreise und die regionale Agrarstruktur, da die freigewordenen Flächen meist von verbleibenden, wachsenden Betrieben übernommen werden. Die Betriebsaufgabe ist von der Betriebsübergabe zu unterscheiden, bei der eine Hofnachfolge innerhalb der Familie oder an Dritte erfolgt.