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Bio-Ernte

Die Bio-Ernte bezeichnet im Kontext der ökologischen Landwirtschaft den Gesamtertrag an pflanzlichen oder tierischen Produkten, der unter Einhaltung der Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion gewonnen wird. Sie umfasst alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die von einem nach dieser Verordnung zertifizierten Betrieb stammen und während des Erntevorgangs von der Anbaufläche getrennt werden. Die Definition ist streng an die rechtlichen Vorgaben der EU-Öko-Verordnung gebunden, welche unter anderem den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger sowie die Einhaltung spezifischer Fruchtfolgevorschriften vorschreibt.

Die Erfassung der Bio-Ernte erfolgt getrennt von konventionellen Erträgen, um eine Vermischung auszuschließen und die Rückverfolgbarkeit gemäß der EU-Öko-Kontrollverordnung zu gewährleisten. Die Menge der Bio-Ernte wird in der Regel in Dezitonnen (dt) oder Tonnen (t) je Hektar angegeben und unterliegt der Dokumentationspflicht im Rahmen des betrieblichen Kontrollverfahrens. Im Jahr 2026 ist die Bio-Ernte zudem Gegenstand agrarstatistischer Erhebungen, die zur Berechnung des ökologischen Flächenanteils und zur Bewertung der Versorgungslage mit Bio-Produkten in Deutschland und Österreich herangezogen werden. Die Ertragshöhe einer Bio-Ernte ist im Vergleich zur konventionellen Ernte aufgrund der geringeren Stickstoffverfügbarkeit und des fehlenden chemischen Pflanzenschutzes im langjährigen Mittel niedriger, was einen zentralen agronomischen Unterschied darstellt.