Mehrgefahrenversicherung
Die Mehrgefahrenversicherung ist ein versicherungstechnisches Instrument der landwirtschaftlichen Risikovorsorge, das im Jahr 2026 in Deutschland und Österreich als privatwirtschaftliches Produkt mit staatlicher Förderung angeboten wird. Sie dient der Absicherung von Ertrags- und Qualitätsverlusten, die durch eine Kombination mehrerer, im Versicherungsvertrag definierter Naturgefahren verursacht werden. Zu den typischerweise abgesicherten Risiken zählen Dürre, Überschwemmung, Starkregen, Frost, Hagel, Sturm und Schneedruck. Im Gegensatz zur klassischen Hagelversicherung, die nur ein Einzelrisiko abdeckt, bietet die Mehrgefahrenversicherung einen umfassenderen Schutz gegen witterungsbedingte Produktionsausfälle.
Die Versicherungsleistung wird auf Basis eines Index oder einer individuellen Schadensermittlung berechnet. Bei indexbasierten Modellen erfolgt die Auszahlung bei Überschreitung festgelegter Wetterparameter, wie einer bestimmten Niederschlagsabweichung, unabhängig vom tatsächlichen Einzelschaden. Die Prämienhöhe richtet sich nach dem betriebsindividuellen Risiko, der Fruchtart und dem gewählten Deckungsumfang. Staatliche Zuschüsse zu den Versicherungsprämien, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU gewährt werden, sollen die Verbreitung dieses Instruments fördern und die betriebliche Resilienz gegenüber Klimaextremen stärken. Die rechtliche Grundlage bilden das Versicherungsvertragsgesetz sowie die jeweiligen nationalen Beihilferegelungen.


