Produktionskosten
Die Produktionskosten in der Landwirtschaft umfassen die Gesamtheit aller bewerteten Güter- und Dienstleistungsverbräuche, die im Rahmen der pflanzlichen oder tierischen Erzeugung innerhalb eines Wirtschaftsjahres anfallen. Sie setzen sich aus den Teilkategorien der variablen Kosten (z. B. Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Futterzukauf, Tierarztkosten) und den fixen Kosten (z. B. Abschreibungen für Maschinen und Gebäude, Pachtzahlungen, Lohnansprüche für familieneigene Arbeitskräfte) zusammen. Die exakte Ermittlung der Produktionskosten ist eine Grundvoraussetzung für die betriebswirtschaftliche Erfolgsrechnung und die Kalkulation von Preisuntergrenzen. Im Kontext der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sowie der nationalen Rechtsvorschriften in Deutschland und Österreich (z. B. des landwirtschaftlichen Buchführungsrechts) dient die Kostenträgerrechnung der objektiven Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Die Berücksichtigung von Opportunitätskosten, insbesondere für die eingesetzte Arbeit und das gebundene Kapital, ist für eine vollständige Kostenanalyse erforderlich, da sie die tatsächliche Faktorallokation abbildet. Die Höhe der Produktionskosten wird maßgeblich durch externe Faktoren wie Energiepreise, Dünge- und Pflanzenschutzmittelverordnungen sowie die Marktpreise für Betriebsmittel beeinflusst.


