Gülle
Gülle ist ein flüssiger bis breiiger Wirtschaftsdünger, der aus den Ausscheidungen (Harn und Kot) von landwirtschaftlichen Nutztieren, vornehmlich Rindern und Schweinen, sowie aus Einstreu- und Reinigungswasser besteht. Sie entsteht in der Tierhaltung, insbesondere bei ganzjähriger Stallhaltung, und wird in Güllebehältern gelagert. Im Gegensatz zu Festmist weist Gülle einen hohen Flüssigkeitsanteil von über 85 Prozent auf, was eine pump- und ausbringbare Konsistenz bedingt.
Agronomisch betrachtet ist Gülle ein wertvoller Mehrnährstoffdünger, der essenzielle Pflanzennährstoffe wie Stickstoff (vorwiegend in ammoniakalischer Form), Phosphor, Kalium sowie Spurenelemente enthält. Die Zusammensetzung variiert stark in Abhängigkeit von Tierart, Fütterung und Wasserzugabe. Die landwirtschaftliche Nutzung von Gülle erfolgt primär durch bodennahe Ausbringung auf Grünland und Ackerflächen, um Nährstoffkreisläufe zu schließen und mineralische Dünger zu substituieren. Aufgrund des hohen Ammoniakgehalts ist eine fachgerechte, verlustarme Applikation, etwa mittels Schleppschlauch- oder Injektionstechnik, zur Minimierung von Stickstoffverlusten und Emissionen erforderlich. Die Ausbringung unterliegt strengen rechtlichen Vorgaben, wie Sperrfristen und Obergrenzen, um Überdüngung und Gewässerbelastung zu vermeiden.

