Glyphosat
Glyphosat ist der Wirkstoff eines nicht-selektiven, systemisch wirkenden Totalherbizids aus der chemischen Gruppe der Phosphonatverbindungen. Es hemmt das pflanzeneigene Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), das im Shikimat-Stoffwechselweg für die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan) verantwortlich ist. Diese Blockade führt zur Unterbrechung des Eiweißaufbaus und zum Absterben der Pflanze, wobei die Wirkung über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und in alle Organe, inklusive Wurzeln und Ausläufer, transportiert wird.
In der landwirtschaftlichen Praxis wird Glyphosat vor der Aussaat zur Beseitigung von Ausfallkulturen und Unkräutern (Stoppelbehandlung) oder zur gezielten Bekämpfung mehrjähriger Wurzelunkräuter wie Quecke oder Ackerwinde eingesetzt. Aufgrund seiner Nicht-Selektivität tötet es nahezu alle grünen Pflanzen ab. Die Anwendung erfolgt meist in Kombination mit pflugloser Bodenbearbeitung und Mulchsaatverfahren. Glyphosat wird im Boden überwiegend mikrobiell zu Aminomethylphosphonsäure (AMPA) und Kohlendioxid abgebaut; die Halbwertszeit variiert stark in Abhängigkeit von Bodenart, Feuchte und Temperatur. Die Entwicklung glyphosatresistenter Kulturpflanzen (z. B. Soja, Mais, Raps) ermöglicht eine direkte Applikation im Bestand, was in der konventionellen Landwirtschaft zur Vereinfachung des Pflanzenschutzes beiträgt.

