Silagebereitung im Sommer: Schritt-für-Schritt-Anleitung für hochwertige Gärfutter
Die Silagebereitung im Sommer stellt Landwirte vor besondere Herausforderungen, da hohe Temperaturen und Trockenheit die Gärqualität beeinträchtigen können. Eine sorgfältige Planung und Durchführung ist entscheidend, um Verluste zu minimieren und die Futterqualität zu sichern. Diese Anleitung beschreibt die wesentlichen Schritte für eine optimale Silagebereitung unter sommerlichen Bedingungen.
1. Optimaler Erntezeitpunkt und Anwelken
Der ideale Zeitpunkt für die Ernte liegt im frühen bis mittleren Blühstadium des Grases, wenn der Rohproteingehalt und die Verdaulichkeit am höchsten sind. Bei Trockenheit sollte der Bestand vor dem Schnitt auf ausreichende Feuchtigkeit geprüft werden. Ein zu hoher Trockenmassegehalt (>40 %) erschwert die Verdichtung und begünstigt Nacherwärmung. Empfohlen wird ein Trockenmassegehalt von 30–35 % für Grassilage. Nach dem Schnitt ist ein kurzes Anwelken von 24–48 Stunden auf dem Feld sinnvoll, um den Zuckergehalt zu konzentrieren und die Gärung zu fördern. Dabei sollte das Schwad regelmäßig gewendet werden, um eine gleichmäßige Trocknung zu erreichen.
2. Häcksellänge und Aufbereitung
Die Häcksellänge beeinflusst die Verdichtbarkeit und die Futteraufnahme. Für Grassilage im Sommer ist eine theoretische Häcksellänge von 20–40 mm optimal. Kürzere Häcksel (10–20 mm) verbessern die Verdichtung, können aber die Wiederkauaktivität beeinträchtigen. Moderne Feldhäcksler mit Aufbereitungswalzen zerkleinern die Stängel zusätzlich, was die Trocknung und die spätere Futteraufnahme erleichtert. Bei der Einstellung der Maschine sollte auf scharfe Messer und einen korrekten Gegenschneidenabstand geachtet werden, um saubere Schnitte zu gewährleisten.
3. Siliermittel und Gärhilfen
Der Einsatz von Siliermitteln kann die Gärqualität verbessern, insbesondere bei schwierigen Bedingungen wie Trockenstress oder hohen Temperaturen. Chemische Siliermittel (z. B. Ameisensäure) senken den pH-Wert schnell und hemmen unerwünschte Mikroorganismen. Biologische Siliermittel mit Milchsäurebakterien fördern eine schnelle und stabile Milchsäuregärung. Die Wahl des Mittels hängt vom Trockenmassegehalt und dem Zuckergehalt des Ausgangsmaterials ab. Eine gleichmäßige Verteilung über den Häckselstrom ist entscheidend; dies kann über eine Dosierpumpe am Feldhäcksler erfolgen.
4. Verdichtung und Abdeckung
Eine hohe Verdichtung ist der Schlüssel zur Minimierung von Lufteinschlüssen und zur Vermeidung von Nacherwärmung. Bei Fahrsilos sollte das Material in dünnen Schichten (20–30 cm) eingebracht und mit schweren Radladern oder Walzen verdichtet werden. Die Verdichtungszeit pro Tonne Frischmasse sollte mindestens 2–3 Minuten betragen. Nach dem Befüllen ist das Silo sofort luftdicht mit einer Unterziehfolie und einer Sauerstoffbarrierefolie abzudecken. Die Ränder sollten mit Sandsäcken oder Reifen beschwert werden, um ein Eindringen von Luft zu verhindern. Für Ballensilage ist eine sorgfältige Wicklung mit mindestens 6 Lagen Folie erforderlich.
5. Nacherwärmung vermeiden
Nacherwärmung tritt auf, wenn nach dem Öffnen des Silos Sauerstoff eindringt und Hefen sowie Schimmelpilze aktiv werden. Um dies zu verhindern, sollte die Entnahmefläche glatt und senkrecht sein, und es sollte täglich mindestens 10–15 cm abgetragen werden. Bei hohen Außentemperaturen kann eine Kühlung des Silos durch Beschattung oder Belüftung sinnvoll sein. Wer seinen Stall nachrüsten will, findet zahlreiche Stallkühlung im Sommer: Kosten, Techniken und Fördermittel für Landwirte auf Bauernnetzwerk.at. Zudem ist eine gute Stallbelüftung im Sommer entscheidend, um Hitzestress bei Milchkühen zu reduzieren und die Futteraufnahme zu fördern.
6. Qualitätskontrolle und Fütterung
Nach der Silagebereitung sollte die Gärqualität durch eine Laboranalyse (pH-Wert, Milchsäure, Essigsäure, Buttersäure) überprüft werden. Eine gute Grassilage weist einen pH-Wert von 4,0–4,5 und einen Milchsäureanteil von über 60 % der Gesamtsäuren auf. Bei der Fütterung ist auf eine ausreichende Strukturversorgung zu achten, insbesondere wenn die Silage sehr fein gehäckselt wurde. Eine schrittweise Umstellung auf die neue Silage über 7–10 Tage vermeidet Verdauungsstörungen. Weitere Informationen zu den häufigsten Fehlern bei der Silagebereitung im Sommer bietet der Artikel Silagebereitung im Sommer: Die 5 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.
Gebrauchte Silagebereitung auf Bauernnetzwerk.at
Suchen Sie leistungsstarke und günstige gebrauchte Silagebereitung für Ihren Betrieb? Entdecken Sie aktuelle Kleinanzeigen und Top-Angebote von Händlern und Landwirten in Ihrer Region.
Häufige Fragen (FAQ)
- Welcher Trockenmassegehalt ist für Grassilage im Sommer optimal? Ein Trockenmassegehalt von 30–35 % ist ideal. Bei höheren Werten steigt das Risiko von Nacherwärmung, bei niedrigeren Werten kann es zu Sickersaftverlusten kommen.
- Wie lange sollte Grassilage auf dem Feld anwelken? In der Regel reichen 24–48 Stunden, abhängig von Wetter und Bestandsdichte. Bei hohen Temperaturen kann die Anwelkdauer verkürzt werden, um übermäßige Trocknung zu vermeiden.
- Welche Siliermittel sind bei Trockenstress zu empfehlen? Biologische Siliermittel mit Milchsäurebakterien sind bei ausreichendem Zuckergehalt geeignet. Bei sehr trockenem Material (TM >40 %) können chemische Siliermittel wie Ameisensäure die Gärung stabilisieren.
- Wie kann Nacherwärmung nach dem Öffnen des Silos vermieden werden? Eine hohe Entnahmerate (mindestens 10–15 cm pro Tag), eine glatte Entnahmefläche und eine gute Verdichtung sind entscheidend. Zusätzlich kann eine Kühlung des Silos durch Beschattung helfen.
Bildquelle: Unsplash (Freie kommerzielle Lizenz verifiziert für maximale SEO-Konformität)


