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Trockenstress

Trockenstress bezeichnet in der Pflanzenproduktion einen Zustand, in dem die pflanzliche Transpiration den über die Wurzeln aufnehmbaren Bodenwasseranteil übersteigt, was zu einem negativen Wasserbilanzsaldo im Pflanzengewebe führt. Aus pflanzenphysiologischer Sicht liegt eine Abweichung des Wasserpotentials vom Optimum vor, die primär durch ein zu geringes Bodenwasserdargebot bei gleichzeitig hoher atmosphärischer Evaporationsnachfrage verursacht wird. Die Schwellenwerte für das Einsetzen von Trockenstress sind kulturartenspezifisch und phänologisch differenziert; so reagieren Getreidearten während der Blüte und Kornfüllungsphase besonders sensitiv.

Die agronomische Bewertung von Trockenstress erfolgt anhand des nutzbaren Feldkapazitätsgehalts (nFK) im durchwurzelten Bodenhorizont. Bei Unterschreitung von etwa 30 bis 50 Prozent der nFK setzt bei den meisten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen eine Ertragsdepression ein, die durch Stomataschluss, reduzierte Photosyntheseleistung und veränderte Assimilatverteilung gekennzeichnet ist. In Österreich und Deutschland wird Trockenstress im Kontext des integrierten Pflanzenbaus durch Maßnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung, standortangepasste Sortenwahl und Beregnungssteuerung nach dem gültigen Wasserrecht adressiert. Die rechtliche Einordnung erfolgt unter anderem über die Düngeverordnung, da Trockenstress die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt und somit die Düngebedarfsermittlung beeinflusst.