Sallingstadt macht´s vor

 

Zur Erreichung der Klimaneutralität müssen alle Potentiale optimal genutzt werden – aus Wind, Sonne, genauso wie aus Wasser und Biomasse. Die Land- und Forstwirtschaft kann viel dazu beitragen. Das betrifft auch den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen. Die Prioritäten dabei sind klar: Dachflächen ist unbedingt Vorrang zu geben. Ebenso liegt in gebäude- und betriebsintegrierten Photovoltaik-Anlagen großes Potential.

Sallingstadt in der Gemeinde Schweiggers im Waldviertel setzt die Energiewende bereits vorbildlich um. Sallingstadt hat rund 90 Wohnhäuser und rund 260 Einwohner. Derzeit gibt es hier 14 Voll- und Nebenerwerbslandwirte. Auf 28 Häusern ist eine Photovoltaik-Anlage installiert. 11 Anlagen davon liegen auf aktiv wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben. Die gesamte Modulfläche ist auf Dächern installiert – es gibt keine Freifläche. Einer jener Landwirte, die auf Photovoltaik auf ihrem Dach setzen, ist Dietmar Hipp. Er ist Putenmäster und Erdäpfelproduzenten und weiß, wie wichtig der Faktor Energie auf seinem Betrieb ist.

„Durch meine Betriebszweige hat mein Betrieb einen hohen Energiebedarf für Beleuchtung, Lüftung und Kühlung. Im Jahr 2019 habe ich mit den Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau von Ökostrom durch Photovoltaik-Module begonnen. Ich habe dafür meine bestehenden Stall- und Hallendächer genutzt. Die installierten Anlagen liefern im Jahr rund 500.000 kWh Strom, wovon ich 40.000 kWh am eigenen Betrieb benötige. Den Rest speise ich ins allgemeine Stromnetz ein. Die Anlagen funktionieren vollautomatisch, wodurch sich der zeitliche Aufwand für mich in Grenzen hält und ich lediglich Kontrollen am Computer durchführen muss. Die Produktion von Ökostrom ist mittlerweile ein weiteres wirtschaftliches Standbein für meinen Betrieb geworden“, erklärt Dietmar Hipp, Landwirt und Obmann der Bezirksbauernkammer Zwettl.

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe verfügen neben potentiellen Dachflächen für Photovoltaik-Projekte auch über vielfältige Möglichkeiten zur Errichtung von gebäude- und betriebsintegrierten Photovoltaik-Anlagen: Auch um und zwischen den Gebäuden und Anlagen eines Bauernhofes gibt es Optionen für innovative Photovoltaik-Projekte.

Voraussetzung für Photovoltaik-Dachflächenprojekte und für innovative betriebsintegrierte Projekte sind die entsprechenden Rahmenbedingungen, um einen leichteren Netzzugang zu ermöglichen. In der Praxis wird die Umsetzung für den Einzelbetrieb oft durch überbordende Netzzugangskosten im ländlichen Raum verhindert. Es müssen faire, transparente und wettbewerbsdienliche Netzanschlussoptionen und Netzzugangskosten pro Kilowatt installierte Photovoltaik-Leistung gewährleistet werden. Denn nur dann können wir die vorhandenen Potentiale auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bestmöglich für die Gesellschaft zu nutzen und Landnutzungskonflikte vermeiden.

Die Umstellung der Energiesysteme auf erneuerbare Ressourcen und erneuerbare Energien ist auch ein wesentliches Ziel der österreichischen Bundesregierung und der ökosozialen Steuerreform. Im Rahmen der Steuerreform wurde eine zusätzliche Förderschiene für land- und forstwirtschaftliche Betriebe vereinbart. Mit dem Förderprogramm für „Energieautarke Bauernhöfe“ sollen land- bzw. forstwirtschaftliche Betriebe auf ihrem Weg hin zu einem höheren Energieeigenversorgungsgrad unterstützt werden.

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