Wolfsmonitoring
Das Wolfsmonitoring bezeichnet die systematische, standardisierte Erfassung und Dokumentation der Anwesenheit, des Verhaltens und der Populationsentwicklung des Wolfes (Canis lupus) in einem definierten geografischen Raum. Es dient als Grundlage für das Bestandsmanagement und die Erstellung von Managementplänen. Die Methodik umfasst primär nicht-invasive Verfahren wie die genetische Analyse von Losungen, Haaren und Speichelproben, die Auswertung von Fotofallenaufnahmen sowie die Erhebung von Rissmustern an Nutztieren. Die Datenerhebung erfolgt nach einheitlichen, von den zuständigen Landesbehörden festgelegten Protokollen, um eine Vergleichbarkeit der Daten über Ländergrenzen hinweg zu gewährleisten. Die Ergebnisse des Monitorings fließen in die jährliche Berichterstattung an die Europäische Kommission gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) ein. Für die landwirtschaftliche Praxis ist das Monitoring von zentraler Bedeutung, da es die objektive Bewertung von Schadensereignissen durch Übergriffe auf Weidetiere ermöglicht und die rechtssichere Entscheidungsgrundlage für etwaige Entnahmegenehmigungen von Einzeltieren mit auffälligem Verhalten liefert. Die Finanzierung und Durchführung des Monitorings obliegt in der Regel den Umwelt- und Naturschutzbehörden der Bundesländer.

