Tierwohlmaststall
Ein Tierwohlmaststall ist eine bauliche und verfahrenstechnische Anlage zur Mast landwirtschaftlicher Nutztiere, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltungsverordnung hinausgehende, objektivierbare Haltungsparameter erfüllt. Zu diesen Parametern zählen in der Regel eine erhöhte Platzfläche pro Tier, die Bereitstellung strukturierter Funktionsbereiche (Liegen, Fressen, Aktivität) sowie ein optimiertes Stallklima mit reduzierten Schadgaskonzentrationen (Ammoniak, Kohlendioxid). Technische Ausstattungen wie planbefestigte Böden mit Entmistungssystemen, Kühlungs- oder Beschäftigungsanlagen sind häufige, jedoch nicht verpflichtende Bestandteile.
Rechtlich ist der Begriff im Jahr 2026 weder in Deutschland noch in Österreich als eigenständiger baurechtlicher oder förderrechtlicher Terminus normiert. Er wird überwiegend im Kontext von Förderprogrammen der zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie im Rahmen privater Vermarktungsstandards verwendet. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Kontrollstellen auf Basis betriebsindividueller, vertraglich fixierter Kriterien. Eine verbindliche Definition existiert nicht; die tatsächliche Ausgestaltung variiert je nach Tierart, Bestandsgröße und Bundesland. Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen hängt maßgeblich von den erzielbaren Erlösaufschlägen und den Investitionskosten ab.
