tierfreie Landwirtschaft
Die tierfreie Landwirtschaft bezeichnet ein Produktionssystem der pflanzlichen Erzeugung, bei dem vollständig auf die Nutzung und Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren verzichtet wird. Dies umfasst den Ausschluss von Tierhaltung zur Gewinnung von Fleisch, Milch, Eiern, Wolle oder anderen tierischen Produkten. Zentrales Merkmal ist die Substitution von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft (Gülle, Mist, Jauche) durch mineralische Düngemittel oder pflanzliche Mulch- und Gründüngungsverfahren. Die Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen erfolgt ausschließlich über synthetische Dünger, Leguminosen im Fruchtwechsel oder die Zufuhr von Kompost aus pflanzlichen Reststoffen. In der tierfreien Landwirtschaft entfällt die Futtermittelproduktion für Nutztiere, wodurch Anbauflächen für die direkte menschliche Ernährung freigegeben werden. Die Betriebssysteme sind in der Regel auf Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau oder Sonderkulturen spezialisiert. Rechtlich ist dieser Begriff im Jahr 2026 in Deutschland und Österreich nicht als eigenständige Bewirtschaftungsform im Öko-Landbaurecht verankert, da die EU-Öko-Verordnung die Verwendung von Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft vorsieht. Die tierfreie Landwirtschaft stellt somit ein rein konventionelles oder auf pflanzlichen Kreisläufen basierendes Anbausystem dar, das ohne jegliche Nutztierhaltung auskommt.

