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In-vitro-Fleisch

In-vitro-Fleisch (auch als zellkultiviertes Fleisch, Laborfleisch oder Clean Meat bezeichnet) ist ein Lebensmittel, das durch die Vermehrung tierischer Muskel- und Fettzellen in einer kontrollierten, sterilen Umgebung außerhalb des lebenden Organismus hergestellt wird. Der Prozess beginnt mit der Entnahme einer kleinen Zellprobe (Biopsie) von einem lebenden Tier, aus der mittels eines Nährmediums, das Aminosäuren, Vitamine, Wachstumsfaktoren und eine Energiequelle (meist Glucose) enthält, die Zellen in Bioreaktoren zur Vermehrung und Differenzierung angeregt werden. Das resultierende Zellmaterial wird zu einem muskel- und fettgewebeähnlichen Produkt verarbeitet, das in Textur und Zusammensetzung konventionellem Fleisch ähnelt.

Rechtlich unterliegt In-vitro-Fleisch in der Europäischen Union (Stand 2026) der Novel-Food-Verordnung (EU) 2015/2283, die eine umfassende Sicherheitsbewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Marktzulassung vorschreibt. In Österreich und Deutschland ist es noch nicht als Lebensmittel zugelassen. Die Produktion erfolgt ohne konventionelle Tierhaltung und -schlachtung, was zu einer Entkopplung der Fleischerzeugung von der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung führt. Die Technologie befindet sich in der Phase der industriellen Skalierung, wobei die Herstellungskosten durch Optimierung der Nährmedien und Bioreaktordesigns kontinuierlich sinken. Die Zellkulturtechnik ist ein interdisziplinäres Feld, das Grundlagen der Zellbiologie, Bioverfahrenstechnik und Lebensmitteltechnologie vereint.